Kempen hat schon viele Jahrzehnte einen Wasserturm. Genau genommen seit 1906. Aufgrund wachsender Bevölkerungszahlen stieg der Bedarf an Trinkwasser und folglich war das Fassungsvolumen des Trinkwasserturms irgendwann zu gering.
Der alte Wasserturm mit einem Fassungsvermögen von 250 000 Litern bestand aus Stahl. Nach Recherche des Trinkwasser Blogs war der Wasserturm außen mit Holz verkleidet und gekrönt wurde er mit einer Kuppel sowie einem schmucken Türmchen.
Der neue Wasserturm ist jetzt schnörkellos, schlicht, weiß gestrichen und bei Dunkelheit wird er blau angeleuchtet. Gekrönt wird der Wasserturm mit einem schlichten Kegel. Um sicher zu stellen, dass der Turm nicht unter der Wasserlast zusammenbricht wurde dem Turm ein Korsett angelegt. Das heißt, dass sich etwa 20 Stahlbänder wie Ringe von oben bis unten um den Turm spannen und das Mauerwerk klammern.
Das Fassungsvermögen des neuen Wasserturms beträgt sage und schreibe 350 000 Liter. Um sich besser ein Bild von diesem gewaltigen Fassungsvermögen machen zu können passen beispielsweise in eine herkömmliche Badewanne gerade mal 150 Liter. Die Höhe beträgt 41,5 Meter, wobei das Mauerwerk bis zu einer Höhe von 32 Metern reicht.
Insgesamt ist der Wasserturm eine Rückversicherung für die Trinkwasser-Versorgung, die nämlich hauptsächlich über Pumpen realisiert ist. Ist beispielsweise der aktuell Wasserverbrauch 100 Kubikmeter pro Stunde bei einer Pumpenleistung von 200 Kubikmetern, so wird mit den verbleibenden 100 Kubikmetern Pumpenleistung der Wasserturm gefüllt. Ist der Turm komplett gefüllt, so schalten sich die Pumpen ab und die Kempener werden über den Turm mit Trinkwasser versorgt, bis ein definierter Wasserstand erreicht ist. Anschließend wiederholt sich dieser Ablauf. Um eine gute Trinkwasser Qualität zu gewährleisten wird nach Recherche des Trinkwasser Blogs jede Nacht das Wasser im Turm getauscht.